Trotz der instabilen Lage in Afghanistan will die zentralasiatische Republik Turkmenistan eine Gaspipeline durch das benachbarte Krisenland bauen. Einen entsprechenden Vertrag hätten Vertreter beider Staaten in Kabul unterzeichnet, berichtete die Moskauer Zeitung «Kommersant». Damit soll der Rohstoffhunger der aufstrebenden Wirtschaftsmacht Indien gestillt werden. Gas soll auch nach Pakistan fließen.
Die 1680 Kilometer lange Pipeline soll von 2015 an jährlich bis zu 33 Milliarden Kubikmeter Gas liefern. Experten bezweifeln, dass das ambitionierte und seit mehr als einem Jahrzehnt diskutierte Projekt umgesetzt werden kann. Teile der geplanten Route verlaufen durch Gebiete, die von den radikal-islamischen Taliban oder aufständischen Stämmen beherrscht werden. Zudem sind die Beziehungen zwischen den Nachbarländern Indien und Pakistan nach wie vor stark belastet.
Mit geschätzt acht Billionen Kubikmeter hat Turkmenistan die viertgrößten Gasvorkommen weltweit. Davon will auch die Europäische Union profitieren. Die EU will mit der geplanten Nabucco-Pipeline durch Aserbaidschan künftig unabhängiger von Russland und dessen Monopolisten Gazprom werden. Zuletzt hatte die frühere Sowjetrepublik Turkmenistan Pipelines nach China und in den Iran eröffnet. (dpa/dt)
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