Dispokredit ermöglicht eine Kontoüberziehung

Um Ihnen als Kunde den Zahlungsverkehr zu ermöglichen, auch wenn kurzfristig nicht ausreichend Guthaben auf Ihrem Girokonto liegt, gibt es den Dispositionskredit. Alles Wissenswerte zu Höhe, Kreditzinsen und üblichen Konditionen erfahren Sie hier.

1. Flexible Kontoführung mit dem Dispokredit

Geld gut anlegenWenn Sie ein Girokonto eröffnen, räumt Ihnen die Bank zumeist auch die Möglichkeit ein, dieses zu überziehen. Für diesen Zweck wird Ihnen ein Dispositionskredit - kurz Dispokredit - gewährt. Die Höhe des Dispokredits hängt in erster Linie von den regelmäßigen Zahlungseingängen auf Ihrem Girokonto ab. Dazu gehören beispielsweise Ihre Rente, eventuelle Unterhaltszahlungen und vor allem das Nettogehalt. Der Dispokredit dient dazu, auch bei zeitweise fehlendem Guthaben auf dem Girokonto am Zahlungsverkehr teilnehmen zu können.

2. Arten des Dispokredits

Es haben sich zwei Arten herausgebildet, wie Ihnen die Bank die Einräumung eines Dispositionskredits mitteilt. Dies kann geschehen als

  • Schreiben der Bank oder
  • Vermerk auf dem Kontoauszug.

In beiden Fällen handelt es sich um eine sogenannte einseitige Willenserklärung der Bank. Mit anderen Worten: Ihnen wird mitgeteilt, dass Sie einen Dispo nutzen können. Erst wenn Sie den Dispositionskredit aber tatsächlich nutzen, geben Sie Ihrer Bank damit zu verstehen, dass Sie die Willenserklärung angenommen haben. Sobald Sie den Dispo abrufen, handelt es sich dabei rechtlich gesehen um einen Darlehensvertrag, wie er in § 488 des Bürgerlichen Gesetzbuches definiert wird. Im Unterschied zu Ratenkrediten aber sind sowohl der Zugriff im Rahmen der Kreditlinie wie auch die Rückzahlung zu jedem Zeitpunkt möglich. Es gibt, knapp gesagt, keine „Monatsraten“ für die Rückzahlung des Dispo.

3. Wie hoch ist ein Dispositionskredit?

Mit der einseitigen Willenserklärung teilt die Bank auch Ihre Kreditlinie mit – bis zu dieser Grenze wird Ihre Bank auch ohne Kontoguthaben Ihrerseits Überweisungen, Abhebungen und Lastschriften, die Ihr Konto belasten, zulassen und ausführen. Im Regelfall beläuft sich der Dispokredit auf das Dreifache der regelmäßigen Kontogutschreibungen, wie beispielsweise dem Gehalt.

Als Beispiel:

  • Sie haben ein regelmäßiges Einkommen von 1500 Euro. In vielen Fällen würden Sie einen Dispokredit von 4500 Euro gestattet bekommen.

Ein höherer Dispokredit kann mit der Bank abgesprochen werden. Ob die Kreditlinie erhöht wird, hängt von vielen Faktoren ab, etwa Ihrem Schufa-Score und den Daten zu Ihrer Kontoführung. Allerdings werden für die überzogene Summe Soll-Zinsen fällig, die bei vielen Anbietern in den zweistelligen Bereich gehen. Die Höhe der Sollzinsen variiert von Bank zu Bank immens; wie eine aktuelle Untersuchung ergab, bewegt sich die Spanne von etwa fünf bis zu 14 Prozent. Hier lohnt sich unbedingt ein Vergleich der verschiedenen Finanzinstitute. Auf TopTarif finden Sie einen Kreditvergleichsrechner , mit dem Sie ganz unkompliziert und schnell zu den gewünschten Informationen kommen. Im deutschlandweiten Mittel liegt der durchschnittliche Zinssatz für den Dispokredit bei über elf Prozent. Von Seiten des Verbraucherschutzes werden die hohen Kreditzinsen des Dispokredits seit längerer Zeit beklagt; verändert hat sich bisher noch nichts, stellen doch die Zinszahlungen eine Einnahmequelle für die Finanzinstitute dar.

4. Beim Dispokredit variieren Konditionen

ZinsenViele Banken gewähren „guten" Kunden einen Dispositionskredit von selbst. Viele Banken gewähren bei „guten" Kunden einen Dispositionskredit von selbst. Werden allerdings auf einem Konto keine hohen Kontoeingänge beobachtet, muss der Kontoinhaber den Dispokredit gesondert ansprechen. Auch eine Überziehung des Dispokredites muss vom Bankberater abgesegnet werden. Beachten Sie allerdings, dass in diesem Fall neben den Soll-Zinsen auch Überziehungszinsen fällig werden.Diese sind nochmals höher als die durchschnittlichen Kreditzinsen eines Dispokredits. Die Überziehung der Kreditlinie Ihres Dispo kann auch zur Sperrung des Girokontos führen. Ebenso ist denkbar, dass die Bank veranlasst, eingezogene Beträge und Überweisungen zurückzubuchen. Aus diesem Grund sollte die Überziehung des Dispokredits vermieden werden. Er stellt eine Lösung für kurzfristige Zahlungsengpässe dar und sollte – nicht zuletzt wegen der Zinshöhe – auch nur dafür genutzt werden. Sollte längerfristige Liquidität über die regelmäßigen Zahlungseingänge hinaus notwendig sein, so bietet ein Ratenkredit die deutlich besseren Konditionen.

5. Vorteile und Nachteile des Dispokredits

Der Dispo hat sowohl Vor- wie auch Nachteile, die von dem Kunden gut abgewogen werden sollten. Zu den Vorteilen zählen:

  • keine zusätzlichen Verpflichtungen
  • Rückzahlung des Dispos erfolgt flexibel
  • Kreditlinie steht dem Kunden ohne Verzögerung zur Verfügung

Die Nachteile sind:

  • sehr hoher Zinssatz
  • bei Überziehung der Kreditlinie sind nochmals höhere Zinsen zu zahlen
  • Möglichkeit der kurzfristigen Kündigung durch die Bank stellt ein Risiko bei längerfristig genutztem Dispo dar

6. Dispokredit und Umschuldung

Der Dispokredit setzt zwar keine festen Termine für die Rückzahlung des Darlehensbetrags, jedoch sollte er aufgrund der Zinshöhe nicht dauerhaft zum Einsatz kommen. Kann das Konto nicht innerhalb kurzer Zeit wieder ausgeglichen werden, empfiehlt es sich, eine Umschuldung in einen Ratenkredit vorzunehmen, da dieser niedrigere Zinsen verrechnet als ein Dispokredit. Gerade in Zeiten niedriger Kreditzinsen zeigt sich der durchschnittliche Zinssatz des Dispositionskredits als großer Nachteil. Sprechen Sie in diesem Fall Ihren Bankberater nach Möglichkeiten für eine Umschuldung an und vergleichen Sie die von verschiedenen Banken angebotenen Konditionen für Ratenkredite.

7. Kündigung des Dispokredits

Unterschrift setzenÄndern sich die Zahlungseingänge auf Ihrem Konto, steht es der Girokonto-Bank frei, Ihren Dispositionskredit kurzfristig zu kündigen. Dies kann auf zweierlei Arten geschehen: Sofern keine schwerwiegenden Gründe vorliegen, erfolgt im üblichen Fall eine schriftlich mitgeteilte ordentliche Kündigung. Die Kündigungsfrist beträgt 30 Tage, sodass für die vollständige Rückzahlung des Dispos ein Zeitfenster gegeben ist. In besonderen Fällen kann es auch zur fristlosen Kündigung Ihres Dispokredits kommen. Als Grund für eine solche Kündigung gilt etwa die Einleitung einer Zwangsvollstreckung oder die wesentliche Verschlechterung der Vermögensverhältnisse. Bei einer fristlosen Kündigung sind ausstehende gewährte Beträge sofort zurückzuzahlen. Aber auch der Kunde kann seinen Dispo kündigen, also die einseitige Willenserklärung der Bank zurückweisen. Der Grund der bewussten Kündigung des Dispokredits durch den Kunden liegt zumeist in den hohen Kreditzinsen , die auf diesen Kredit zu zahlen sind: Kunden nehmen bevorzugt einen Ratenkredit mit besseren Konditionen auf und lassen ihren Dispositionskredit im Gegenzug streichen.

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