Lastschrift zurückbuchen: Wie sich eine Überweisung rückgängig machen lässt

Rücklastschrift© Björn Wylezich / Fotolia.com

Bargeldlose Transaktionen machen das Bezahlen heutzutage ausgesprochen einfach. Mit Erteilung einer Einzugsermächtigung für ein Lastschriftverfahren müssen Sie sich in der Regel um gar nichts mehr kümmern und nur darauf achten, dass auch der tatsächliche Betrag abgebucht wurde. Denn Fehler unterlaufen immer wieder. Unter welchen Voraussetzungen Sie eine Lastschrift zurückbuchen können und auf welche Rückbuchungs-Frist Sie dabei achten müssen, lesen Sie hier.

Inhaltsverzeichnis

    Welche Formen der Lastschrift gibt es?

    Eine Lastschrift wird im Volksmund als Gegenteil einer Gutschrift verstanden. Im juristischen Sinne jedoch kommen nur bestimmte Formen für die Rückbuchung einer Überweisung infrage, nämlich Einzugsermächtigungen. Bis zum 31.1.2014 gab es auch noch den Abbuchungsauftrag, der im Rahmen der SEPA-Umstellung zum 1.2.2014 abgelöst worden ist. Diese Form der Überweisung kam für ständige Ausgaben wie zum Beispiel Mietzahlungen infrage und wurde vom Zahlungspflichtigen selbst in Auftrag gegeben. Aus diesem Grund war auch eine Rückbuchung von getätigten Zahlungen nicht möglich, höchstens ein Widerruf.

    Worauf muss ich achten, um Missbrauch durch Lastschriften vorzubeugen?

    Es ist äußerst wichtig, vorsichtig mit seinen Kontodaten umzugehen und die Bewegungen auf dem eigenen Konto im Blick zu behalten. Gegen Missbrauch unberechtigter Lastschriften können Sie jedoch mindestens so einfach vorgehen, wie ein solcher durchgeführt werden kann, denn Sie verfügen über ein Widerspruchsrecht. Unberechtigte Abbuchungen von Ihrem Konto können Sie meist schnell rückgängig machen. Die Unterscheidung von rechtmäßigen und unrechtmäßigen Abbuchungen ist maßgeblich für verschiedene Fristen, innerhalb derer Sie eine Überweisung zurückholen können und Schlüssel zur Antwort auf die viel gestellte Frage: Wie lange kann man Geld zurückbuchen?

    So können Sie unrechtmäßig abgebuchtes Geld zurückholen

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    Oftmals ist zwar eine Unterschrift für eine Einzugsermächtigung eines laufenden Lastschriftverfahrens gegeben, doch der für die Dienstleistung oder das Produkt grundlegende Vertrag ist aufgelöst. Wenn in einem solchen Fall weiterhin Geld von Ihrem Konto abgebucht wird, dann ist dies unrechtmäßig und Sie haben 13 Monate Zeit, die Lastschrift zurückbuchen zu lassen. Dieselbe Frist gilt auch mit Umstellung auf SEPA. Gehen Sie jedoch sicher, dass Sie die Verträge auch wirklich fristgerecht gekündigt haben und über eine Bestätigung der Kündigung verfügen. Um solch unangenehme Zwischenfälle gar nicht erst entstehen zu lassen, machen Sie sich klar, dass für eine Lastschrift nicht mehr als Ihre Kontodaten nötig sind. Seien Sie deshalb vorsichtig und prüfen Sie die Seriosität von einzelnen Unternehmen, die nach Ihren Daten verlangen. Zwar haben Sie mehr als ein Jahr Zeit, derartige Betrugsfälle aufzudecken. Doch wenn Sie ihr Geld zurückholen müssen, kostet das viel Zeit und Nerven, die man nur ungerne an Trickbetrüger verschwendet.

    Überweisung zurückbuchen bei rechtmäßigen Abbuchungen

    Auch wenn eine rechtliche Grundlage für Lastschriften existiert, kann es zu Fehlern in Überweisungen kommen, die für Sie schädigender Natur sein können. Ein solcher Fall besteht etwa dann, wenn Beträge doppelt abgebucht werden. Bis zur SEPA-Umstellung hatten Sie die Möglichkeit, innerhalb von sechs Wochen ab Rechnungsabschluss das Geld zurückbuchen zu lassen. Diese Frist hat sich im Rahmen der europäischen Standardisierung des Zahlungs- und Lastschriftverkehrs um zwei Wochen verlängert und beträgt bei SEPA nun acht Wochen. Achten Sie auf den genauen Zeitpunkt des Rechnungsabschlusses, der von Bank zu Bank variiert und in der Regel quartalsweise erfolgt. Im Einzelfall sollten Sie jedoch auf die Besonderheiten des Rechnungsabschlusses Ihres Kreditinstituts achten.

    Einzugsermächtigung zurückbuchen – hierauf ist besonders zu achten

    Wer auf sein Konto schaut und entdeckt, dass ein Betrag fälschlicherweise oder zu hoch abgebucht worden ist, der sollte reagieren. Doch nicht immer ist es der richtige Weg, sofort Geld zurückbuchen zu lassen. Es lohnt sich zu prüfen, ob die Lastschrift nicht doch korrekt ist. Wenn allerdings ein guter Grund vorliegt, das Geld zurücküberweisen zu lassen, dann darf die Bank nicht nach den Gründen der Rückbuchung fragen. Auf Wunsch muss sie diese veranlassen, ohne Gebühren für Rückbuchungen zu veranschlagen. Rechtliche Fragen, die aus dem Vertrag zwischen Kunde und Dienstleister hervorgehen, sind zwischen Ihnen und dem Zahlungsempfänger zu klären, die Bank ist nur Durchführer der Rückbuchung. Wenn sich aber herausstellt, dass Sie zu Unrecht Geld zurückbuchen haben lassen, müssen Sie mit teilweise recht hohen Kosten des Empfängers einer rechtmäßig vereinbarten Zahlung rechnen.

    Diese Möglichkeiten gibt es, eine Lastschrift zurückbuchen zu lassen

    Kann man eine Banküberweisung rückgängig machen? Die Antwort lautet also ja, aber nur wenn eindeutig geklärt ist, dass Sie berechtigt sind. In diesem Fall gibt es unterschiedliche Wege:

    • Füllen Sie bei Ihrer Bank ein Formular aus.
    • Sprechen Sie bei Ihrer Bank vor und beantragen Sie eine Rückbuchung mündlich.
    • Nutzen Sie die Rücküberweisungsfunktion im Online-Banking. Hinter der Lastschrift erscheint meist ein Feld, das die Meldung „Lastschrift widerrufen“ anzeigt, wenn Sie mit der Maus darüber fahren. Durch Anklicken und Befolgen der Anweisungen kommen Sie zum Ziel.

    Kontrollieren Sie im Nachhinein, ob die Bank tatsächlich die Lastschrift zurückgebucht hat und reklamieren Sie gegebenenfalls. In der Regel beträgt die Dauer für eine Rücküberweisung nicht mehr als eine Woche. Spätestens zum Monatsende sollten Sie bei einer nicht durchgeführten Rückbuchung beim Kreditinstitut nachhaken. Wenn innerhalb der EU eine Überweisung die Dauer von üblichen Rücküberweisungen überschreitet, sollten Sie im Zweifel beim zu Unrecht begünstigten Zahlungsempfänger nachfragen, im äußersten Fall rechtlichen Beistand aufsuchen.

    Wie kann ich mit einer Kreditkarte Geld zurückbuchen lassen?

    Wenn Sie mit Ihrer Kreditkarte etwas im Internet kaufen, verläuft die Rückbuchung aufgrund der andersartigen Verrechnung bei Kreditkarten wie folgt: Angenommen, Sie kaufen bei Amazon ein Geschenk für Ihre Tochter, welches sie jedoch schon besitzt. Dann wird das Geld bei fristgerechter Rücksendung des Artikels auf Ihre Kreditkarte zurückgebucht und mit weiteren Einkäufen im laufenden Abrechnungszeitraum verrechnet. Wenn Sie mit der Kreditkarte nichts weiter einkaufen, entsteht ein Guthaben, das auf das mit der Kreditkarte verbundene Girokonto zu Ende des Abrechnungszeitraums ausgezahlt wird. Diese Art der Rückbuchung gilt für die meisten Kreditkarten, also beispielsweise wenn Sie auf eine Mastercard Geld zurückbuchen.

    Wie und wann kann man bei Paypal Geld zurückbuchen?

    Paypal

    Immer öfter kommen auch neue Formen des Zahlungsverkehrs zum Einsatz, besonders im Internet erfreuen sich PayPal und Co. wachsender Beliebtheit. Und auch hier kommt es immer wieder zu Überweisungen, die aus unterschiedlichen Gründen zurückgebucht werden müssen. Dies ist möglich, sollte jedoch nur dann gemacht werden, wenn Sie mit dem Händler keine andere Lösung gefunden haben. Wenn Sie bei PayPal Geld zurückbuchen lassen, darf die Bestellung nicht mehr als 45 Tage zurückliegen. In Ihrem Online-Konto suchen Sie dazu den Menüpunkt „Aktivitäten“. Hier klicken Sie auf „Konfliktlösung“ und wählen „Käuferschutz“ bei Reklamationen oder „Fremder Kontozugriff“ bei Missbrauch Ihres Kontos.

    Lastschrift zurückbuchen vs. Rücklastschrift

    Viele Menschen fragen sich: Kann ich Geld, was ich überwiesen habe, zurückbuchen? Auf die Modalitäten, wie genau Sie Ihr Geld zurückbuchen können, ist bereits eingegangen worden. Fristen für missbräuchliche (13 Monate) und rechtmäßig (acht Wochen seit SEPA) abgebuchte Lastschriften unterscheiden sich dabei stark. Bei von Ihnen getätigten Transaktionen ist in der Regel ausgeschlossen, dass Sie überwiesenes Geld zurückholen können. Wenn Ihnen bei der Überweisung ein Fehler unterläuft, sind Sie auf das Entgegenkommen des Zahlungsempfängers angewiesen. Was aber passiert, wenn beim Einkauf mit Lastschrift das Konto nicht gedeckt ist? In einem solchen Fall kann der Einkauf sehr teuer werden. Denn das Kreditinstitut kann den Lastschriftvorgang nicht durchführen und lässt die Lastschrift zurückgeben. Zwar erfolgt eine Gutschrift auf das eigene Konto, doch der für den Kauf der Ware berechtigte Zahlungsempfänger wird den Betrag sowie die Kosten für die Rücklastschrift in Rechnung stellen. Denken Sie daher bei Einkäufen immer daran, dass Ihr Konto gedeckt ist oder mindestens über einen ausreichenden Dispositionsrahmen verfügt.

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