Grobe Fahrlässigkeit

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Befreiung von der Leistungspflicht

Grobe Fahrlässigkeit liegt dann vor, wenn der Handelnde die in einer Situation notwendige Sorgfalt in besonders hohem Maß missachtet. Jeder, der etwas Logisches, für jeden Beteiligten Einleuchtendes absichtlich außer Acht lässt, handelt grob fahrlässig. Liegt im Schadensfall grobe Fahrlässigkeit vor, hat der Versicherer grundsätzlich das Recht, sich von seiner Leistungspflicht zu befreien.

Beispiele für grobe Fahrlässigkeit

Im Straßenverkehr handelt jeder grob fahrlässig, der eine rote Ampel oder ein Stoppschild überfährt. Weiterhin gilt es als grobe Fahrlässigkeit, sein Fahrzeug zu führen, während man eine andere Handlung ausführt, sodass die eigene Aufmerksamkeit nicht mehr in vollem Umfang dem Straßenverkehr gilt. Beispiele hierfür sind das Wechseln einer CD, das Bedienen eines Mobiltelefons oder das Aufheben eines heruntergefallenen Gegenstands. Ein weiteres Beispiel für die grobe Fahrlässigkeit stellt die dauerhafte Aufbewahrung der Fahrzeugpapiere im Inneren des Fahrzeugs dar. Grobe Fahrlässigkeit ist grundsätzlich auch dann gegeben, wenn der Fahrer sein Fahrzeug trotz absoluter Fahruntüchtigkeit führt. Diese liegt bei Einfluss von Alkohol (ab 1,1 Promille Alkoholgehalt im Blut) vor.

Entfallen des Versicherungsschutzes durch grobe Fahrlässigkeit

Die Definition einer Handlung als grobe Fahrlässigkeit kommt vor allem in Bezug auf Versicherungsleistungen zum Tragen: Ist ein entstandener Schaden das Resultat eines grob fahrlässigen Verhaltens, wird der Versicherer von seiner Leistungspflicht gegenüber dem Versicherungsnehmer ganz oder teilweise befreit. Laut einem Urteil des BGH (Bundesgerichtshof) darf ein Versicherer dem Geschädigten die Versicherungsleistung in vollem Umfang entziehen, wenn der Schaden durch eine alkoholbedingte Fahruntüchtigkeit entstanden ist. Es empfiehlt sich daher, einen Verzicht auf den Einwand grober Fahrlässigkeit mit seinem Versicherer zu vereinbaren, sodass dieser auch beim Vorliegen von grober Fahrlässigkeit zu keiner Leistungskürzung berechtigt ist.

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