Fahrlässigkeit

fahrlaessigkeit

Fahrlässige Handlung – ohne notwendige Vorsicht

Mit Fahrlässigkeit ist die innere Einstellung einer Person gegenüber einer von ihr verschuldeten Sache gemeint. Fahrlässig handelt jemand, der im Verkehr nicht die notwendige Vorsicht walten lässt. Dabei müssen die beiden Voraussetzungen Vorhersehbarkeit und Vermeidbarkeit erfüllt sein. Das heißt, Fahrlässigkeit besteht dann, wenn eine Person einen Schaden verursacht, den sie entweder vorausgesehen, aber nicht vermieden hat oder den sie in dieser Situation hätte voraussehen müssen. In Deutschland gibt es unterschiedliche Definitionen des Begriffs Fahrlässigkeit im Zivil- und im Strafrecht.

Zivilrechtliche Definition von Fahrlässigkeit

In § 276 Absatz 1 Satz 2 des BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) wird der Begriff Fahrlässigkeit als Nichteinhalten der in einer Verkehrssituation notwendigen Vorsicht definiert. Dabei wird als Maß für die nötige Vorsicht das von allen Beteiligten Erwartbare angenommen. Zum Beispiel muss sich jeder Verkehrsteilnehmer darauf verlassen können, dass ein Busfahrer seinen Bus im Straßenverkehr sicher beherrscht. Fahrlässig handelt also derjenige, der im Straßenverkehr nicht die Vorsicht, die andere Verkehrsteilnehmer von ihm erwarten können, an den Tag legt. Im Zivilrecht wird außerdem zwischen grober und leichter Fahrlässigkeit unterschieden: Grob fahrlässig handelt jemand, der ganz besonders unvorsichtig agiert. Leichte Fahrlässigkeit liegt dann vor, wenn jemand unabsichtlich unvorsichtig handelt. Diese Unterscheidung ist besonders für Versicherungsfragen wichtig, da viele Versicherer in Schadensfällen, in denen der Versicherte grob fahrlässig gehandelt hat, nicht für den entstandenen Schaden aufkommen. Allerdings kann der Versicherungsnehmer vor Abschluss einer Versicherung einen Verzicht auf den Einwand grober Fahrlässigkeit mit dem Versicherer aushandeln. Dann ist der Versicherer dazu verpflichtet, dem Geschädigten die volle Leistung zu erbringen.

Fahrlässigkeit im Strafrecht

Die strafrechtliche Definition des Begriffs Fahrlässigkeit bezieht sich nicht so sehr auf eine objektive Bewertung der Schuld als vielmehr auf die Person des Schuldners. Nach dem Strafrecht handelt jeder fahrlässig, der einen Schaden begeht, obwohl er selbst ihn hätte vorhersehen und vermeiden können. Der Schaden wird hierbei durch eine Verletzung oder Nichterfüllung einer bestimmten Pflicht verursacht. Diese muss in einem Gesetz oder einem Vertrag verankert sein. In § 15 des StGB (Strafgesetzbuch) wird Schaden verursachendes Verhalten nur dann als Fahrlässigkeit definiert, wenn durch das Verhalten eine gesetzliche Strafe droht.

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