Kinderapps: Worauf sollten Eltern achten?

Handy Kinder Familie © Robert Kneschke / Fotolia.com

Heute erteilen wir Sonja Emmert von iphonekinderapps.de das Wort zum Thema Auswirkungen und Gefahren durch Kinderapps.

Welche Einstellungen sollten Eltern auf dem Smartphone ihrer Kinder vornehmen?

Mit dem iPhone hat Apple ein Gerät geschaffen, das die Grenzen zwischen Handy, Computer und Spielkonsole verschwimmen lässt. Gerade die vielen im Appstore erhältlichen Spiele machen das iPhone auch bei Kindern und Jugendlichen sehr beliebt. Eltern sollten jedoch ein Auge darauf haben, auf welche Funktionen des iPhones das Kind Zugriff hat. Unter Einstellungen => Allgemein => Einschränkungen bietet Apple Eltern viele Einstellungsmöglichkeiten, um Kinder vor bestimmten Inhalten zu schützen. Zunächst können Eltern hier über Schieberegler festlegen, welche Apps mit einem Sperrcode versehen werden sollen. Sollen die Kinder beispielsweise nicht im Internet surfen, kann hier Safari, der Browser des iPhones, gesperrt werden. Auch Dienste wie YouTube oder die Möglichkeit der Installation von Apps lassen sich hier sperren. Versucht das Kind nun, eine dieser Funktionen zu nutzen, wird es zur Eingabe eines vierstelligen Codes aufgefordert. Auch wenn heute die meisten Handytarife eine Internet-Flatrate umfassen, macht das Sperren des Internets für Kinder Sinn, um diese vor jugendgefährdenden Inhalten zu schützen. Wer auf eingehende Anrufe zu keiner Zeit verzichten möchte, der kann sowohl „WLAN“ als auch „Mobile Daten“ deaktivieren, während sich das iPhone in Kinderhänden befindet. Wird auf die Telefoniefunktion in solchen Momenten kein Wert gelegt, empfehle ich einfach, mit einem Griff den Flugmodus einzuschalten – der unkomplizierte, sichere Weg.

Welche Zugriffsrechte der Apps halten Sie für problematisch?

Problematisch sind meiner Meinung nach alle Zugriffsrechte, die für das Funktionieren der App nicht zwingend erforderlich sind. Geht es beispielsweise um eine Navigations-App, leuchtet ein, dass diese den aktuellen Standort bestimmen können muss. Über den Zugriff auf das Adressbuch kann man sich jedoch streiten, vor allem da es dort um die Daten Dritter geht. Völlig bizarr wird es dann, wenn eine solche App auf den Kalender zugreifen will – das halte ich für pure Datensammelei und äußerst unseriös. Kinder-Apps sollten definitiv ohne jegliche Zugriffsrechte auskommen können und spielbar sein – hier würde ich keine Kompromisse eingehen wollen.

Bestehen Gefahren durch in die Apps integrierte Werbung?

Zunächst einmal sollte man Werbung nicht grundsätzlich verteufeln. Die App-Entwicklung kostet Geld, und – vor allem wenn man es richtig macht – richtig viel Geld. Dieses versuchen gerade die Entwickler von Gratis-Apps eben manchmal auch über Werbung wieder einzuspielen. Allerdings birgt Werbung in Kinder-Apps durchaus Gefahren, wenn nämlich unpassende Inhalte geschaltet werden, oder bereits durch das Anklicken eines Banners Kosten entstehen. Außerdem können Kinder natürlich schwer unterscheiden zwischen dem Spiel und der eingeblendeten Werbung. An die Grenzen der Legalität gerät man, wenn die Banner auch noch so platziert sind, dass ein Klick quasi unvermeidbar ist, weil die Werbung zum Beispiel die Bedienelemente der App überlagert. Ich rate deshalb allen Eltern, lieber ein bisschen Geld bei der Anschaffung von kindersicheren und damit auch werbefreien Apps zu investieren, anstatt auf eine vermeintlich kostenlose App zu setzen und am Ende ein böses Erwachen zu erleben. Wer seinem Kind die Gratis-Apps nicht vorenthalten und trotzdem auf Nummer Sicher gehen möchte, der verfährt wie unter der ersten Frage beschrieben und schaltet in den Flugmodus. So verhindert man auf jeden Fall Werbeeinblendungen, In-App-Käufe oder den Austausch mit sozialen Netzwerken.

Welche Taktiken wenden Entwickler an, um Kinder zu In-App-Käufen zu bewegen?

Mittlerweile ist es besonders bei Spielen auf dem iPhone an der Tagesordnung, dass die Entwickler im Spiel bestimmte Upgrades und Spielgegenstände zum Kauf anbieten. Diese Käufe können direkt über die jeweilige App getätigt werden. Um bösen Überraschungen beim Blick auf die nächste Handyrechnung vorzubeugen, sollten diese In-App-Käufe in den erweiterten Einstellungen der iPhone Kindersicherung unbedingt deaktiviert werden. Ebenfalls hier in den erweiterten Einstellungen können Eltern auch die von Apple angebotenen Filter nutzen, die beispielsweise nur den Zugriff auf Spiele und Filme mit einer bestimmten Altersfreigabe erlauben. Ich habe kein Problem mit Werbung oder Käufen, die über den geschützten Elternbereich einer App angeboten werden – dies ist ein völlig legitimer Weg für die Entwickler, Geld zu verdienen oder ihr weiteres Portfolio zu bewerben. Oftmals „verstecken“ sich die In-App-Käufe allerdings in der App selbst und sorgen natürlich für Unverständnis und Frustration bei dem spielenden Kind, wenn irgendein Spiel oder Bereich plötzlich nicht mehr „funktioniert“ ohne dass man einen Kauf tätigt. Ich bleibe bei meiner Aussage, lieber beim Download Geld für eine App auszugeben, anstatt mich bzw. mein Kind erst anfüttern zu lassen und dann zur Kasse gebeten zu werden.

Sehen Sie die Einbindung von externen Social-Media-Tools kritisch?

Das kommt sowohl auf die Tools als auch auf das Alter des Kindes an! Für Grundschul- oder gar Kindergartenkinder würde ich das Thema komplett ausklammern wollen, da diese das Ausmaß bzw. die Bedeutung des Vernetztseins noch nicht überblicken können. Größere Kinder und Teenager sollten im Umgang mit Social Media Tools auf jeden Fall von den Eltern begleitet werden, d.h. gemeinsames Auswählen altersgerechter Netzwerke, Sensibilisierung für das Thema Schutz persönlicher Daten und eine regelmäßige Überprüfung der Sicherheitseinstellungen am mobilen Gerät. Abschließend möchte ich gern nochmal drei Punkte betonen, die ich für goldene Regeln in puncto Kindersicherheit und digitale Medien halte:

  1. iPhone und iPad sind keine Babysitter! Eltern sollten ihre Kinder beim Umgang damit begleiten sowie altersgerechte zeitliche und inhaltliche Begrenzungen setzen!
  2. Der Kauf von Apps und die Anmeldung bei Netzwerken etc. sollte stets Elternsache sein bzw. ab einem gewissen Alter gemeinsam erfolgen.
  3. Besonders wichtig finde ich es auch, eine gesunde Balance zu wahren und Kindern jeglichen Alters immer wieder Alternativen zur digitalen Welt anzubieten, beispielsweise in Form von Gesellschaftsspielen im Familienkreis, Sport oder Outdoor-Aktivitäten.
  • 1und1
  • allmobil
  • Base
  • Blau
  • congstar
  • fonic
  • o2
  • simfinity
  • simyo
  • yourfone
Handytarife vergleichen

Kunden-Bewertungen

4.4 / 5
11.572 Bewertungen zu Toptarif abgegeben

Mehrfach ausgezeichneter Service

  • Focus Money Kundenliebling
  • eKomi bronze
  • TÜV Service tested
  • TÜV Preisvergleich 2014